MWC 2016: Smartphone-Ära endet

Der Mobile World Congress  2016 dürfte als Wendepunkt in die Technik-Geschichte eingehen. Den 90.000 Besuchern wird noch einmal alles geboten und die Vorführungen an den Messeständen sind dieses Jahr besonders bizarr. Da werden Smartphones in Aquarien versenkt, Autos mit Gehirnwellen gelenkt und sogar ein Tricorder wie bei Star Trek wird  gezeigt. Doch etwas ist anders als früher. Ein Epochenwechsel wird spürbar: Es endet die Ära der Smartphones, die bisher immer die Attraktion beim MWC in Barcelona waren.

Smartphone-Bad bei Lenovo

Smartphone-Bad bei Lenovo

Dazu passt auch das Motto in diesem Jahr: Mobile is everything. Der Mobilfunk verlässt den Bereich der Handys und wird überall nutzbar.

Obwohl die Hersteller wie immer ihre besten Smartphones des Jahres präsentieren und das Samsung Galaxy S7 wirklich alle Greatest Hits In One Phonevereint, bekam es schon bei der Vorstellung am Sonntag seine Show gestohlen. Und zwar nicht nur von Samsungs Überraschungsgast, dem Facebook-Gründer Marc Zuckerberg, sondern von einer Brille und einer neuen Kamera für Virtual Reality (VR). Die Begeisterung der nimmersatten MWC-Meute richtet sich heute auf ganz andere Geräte – und auch die Branche schaut sich längst nach dem Next Big Thing um.

Weniger Innovationen bei Handys

VR-Brille: der nächste Trend

VR-Brille: der nächste Trend

„Weil jeder jetzt ein Smartphone hat, rücken nun die Ergänzungsprodukte in den Mittelpunkt“, bringt Ina Fried bei re/code die Entwicklung dieses Jahres auf den Punkt. „Die Innovationsgeschwindigkeit bei Handys hat sich verlangsamt“, zitiert sie den Android-Mitgründer Rich Miner. Er muss es wissen, denn er startete eine Revolution in diesem Bereich, als er vor sieben Jahren das erste Smartphone mit dem Google-Betriebssystem präsentierte.

Was der Handy-Branche jetzt widerfährt, ist ein Trend, der die PC-Industrie erst nach 30 Jahren erreichte: An die Stelle massiver Leistungssprünge und grundlegender Innovationen treten immer kleinere Fortschritte. Nach nicht einmal zehn Wachstumsjahren seien heutige Smartphones den meisten Nutzern einfach gut genug und müssten nicht mehr ständig ersetzt werden, schreibt die Wirtschaftswoche.

Fortschritte vor allem bei Wearables

ZTE-Fingerring mit Android

ZTE-Fingerring mit Android

Das zeige sich auch an den sinkenden Durchschnittspreisen: Kunden legen immer nur dann mehr Geld auf den Tisch, wenn sie wirkliche technische Fortschritte dafür bekommen. Und die findet man in diesem Jahr in Bereichen, die früher gar nichts mit Mobilfunk zu tun hatten: bei den vernetzten Brillen, Uhren und Schmückstücken, die man in Barcelona sieht.

ZTE führt beispielsweise einen kleinen Klunker vor, den man an den Finger steckt, um Benachrichtigungen zu empfangen oder die Fitness zu tracken. VR-Brillen hat sowieso jeder große Smartphone-Hersteller beim MWC im Angebot: Samsung, LG, HTC und Lenovo präsentieren ihre neuesten Modelle. Sie werden in den kommenden Jahren unsere Wahrnehmung grundlegend verändern, wie auch die Digital-Masterminds-Veranstaltung am Dienstag zeigte, die parallel zum MWC im Telefónica BASECAMP stattfand.

Und auch der Traum aus den Terminator-Filmen wird nun wahr: die unauffällige Brille, die ganz normal aussieht, und dennoch ständig Zusatzinformationen in das Blickfeld einblendet. Sie wird am MWC-Stand von Zeiss vorgestellt und ist im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Google Glass gar nicht mehr als elektronisches Gerät erkennbar.

eSIM ermöglicht Internet der Dinge

Samsung Galaxy Gear S2 classic 3G mit eSIM

Samsung-Smartwatch mit eSIM

Alle diese neuen Geräte, die schon bald auch ohne Smartphone als notwendigem Begleiter funktionieren, sind ständig online. Doch wie wird diese Miniaturisierung möglich? Durch eine innovative Technik, die am Stand von Telefónica für großes Interesse sorgt: die eSIM.

Das ist der Nachfolger der bisherigen SIM-Karte, der nur noch als Software auf einen eingebauten Chip („embedded SIM“) existiert. Der Standard für diese neue Technik wurde erst in der vergangenen Woche veröffentlicht und mit der eSIM lassen sich jetzt viel kleinere Endgeräte bauen, die darüber hinaus auch weniger Strom benötigen. O2 wird sie ab April mit der neuesten Smartwatch von Samsung auf den deutschen Markt bringen.

Gigantisches Geschäft erwartet

„Schon in vier Jahren soll es mehr als 35 Milliarden vernetzte Geräte auf der Erde geben und ein Großteil davon möchte sich in Mobilfunknetze einbuchen“, erklärt erklärt Markus von Böhlen, Director Devices, SIM & Logistic von Telefónica Deutschland. „Dieser Ansturm lässt sich nur mit fest eingebauten SIM-Chips bewältigen, die sich bequem per Software konfigurieren lassen.“

Damit ist die eSIM die Basis für das Internet der Dinge, von dem jetzt alle reden. Das ist der neue Trend, der auch den nächsten Mobile World Congress bestimmen wird. Denn wer braucht schon noch ein Smartphone, wenn er einfach mit jedem Gerät online gehen kann? „Das wird ein gigantisches Geschäft für die nächsten Jahre“, schreibt die Wirtschaftswoche. Telefónica ist gut darauf vorbereitet.

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February 25, 2016 at 01:00AM

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